Navigation überspringen
Homepage
Privatkunden
Firmenkunden
Junge Kunden
Wir für Sie
Banking & Brokerage
Kontakt & Service

Aktuell in Enger und Umgebung

Volksbank Enger-Spenge eG
Burgstr. 2, 32130 Enger
BLZ: 49461323
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | AGB + Sonderbedingungen | Übersicht | Vermittler-Info
Volksbank Enger-Spenge eG
Burgstr. 2
32130 Enger
BLZ: 494 613 23
www.volksbank-enger-spenge.de

Die Geschichte der Volksbank Enger-Spenge

 

Der heimische Raum Enger-Spenge hat nach Meinung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit den Sattelmeiern des Sachsenherzog Widukind den "ältesten Adel Europas". Eine über tausendjährige Geschichte, kostbare Kunstschätze und bedeutende Wirtschaftsunternehmen. Aber nicht nur das: Das Sattelmeierland von Enger und Spenge besitzt auch eine besonders traditionsreiche genossenschaftliche Bank. Die Volksbank Enger-Spenge eG. Gründungstag 12. Nov. 1884

So begann es in Enger


Durch Unterzeichnung der Statuten bildete sich heute der Engerer Spar- und Darlehnskassenverein, eingetragene Genossenschaft. Aufgrund des § 53 der Statuten traten die Mitglieder sofort zur ersten Generalversammlung zusammen und wählten Herrn Colon Vorwerk zu ihrem Vorsitzenden ..."
Mit diesen Worten beginnt das in "gestochener, altdeutscher Handschrift aufgesetzte Gründungsprotokoll der "Spadaka" Enger. Protokollschreiber: Sattelmeier Julius Meyer-Johann Zu Stimmenzählern wunden Rentier W. Ebmeyer und Colon H. Lübke gewählt. In den Vorstand beriefen die Gründungsmitglieder "den Bürgermeister Caspar Heinrich Beimfohr Nr. 100 zu Enger, zugleich als Vereinsvorsteher", stellvertretender Vorsitzender wurde Sattelmeier Meyer-Johann. Ferner kamen die Colone Heinrich Storck Nr. 2 in Siele, Heinrich Dallmann genannt Dreymann Nr. 3 in Dreyen, Wilhelm Kleymann Nr. 22 in Besenkamp, Johann Friedrich Leffhalm Nr. 7 in Steinbeck, Hermann Lübke Nr. 5 in Herringhausen und Caspar Heinrich Vorwerk Nr. 3 aus Westerenger in den Vorstand. Baugewerksmeister Hermann Kentner, Enger Nr. 29 übernahm die Rendantur, wie das damals hieß. In die "Verwaltung", sprich Aufsichtsrat, wurden sechs weitere Mitglieder delegiert. Als Vorsitzender an der Spitze Rentier W. Ebmeyer Nr. 1 zu Oldinghausen. Auch die Namen der Aufsichtsratsmitglieder haben bis heute Rang und Klang: Colon Bernhard Beckhoff Nr. 8 zu Herringhausen (stellv. Vorsitzender), Colon Heinrich Grothaus gt. Sielmann jun. Nr. 5 in Oldinghausen, Colon August Brockmeyer Nr. 1 in Siele, Colon Caspar Schürmann Nr. 8 in Westerenger und Colon Heinrich Pühmeyer Nr. 1 in Pödinghausen.
Bevor die Kasse ihren Geschäftsbetrieb aufnahm (im Hause des Rendanten Kenter), wurden im Gründungsprotokoll uns späteren Statut exakt die genossenschaftlichen "Spielregeln" festgelegt. So mußte der Rendant zu allererst einen Bürger stellen. Das war der wohlbeleumdete Bürger Feldmann aus Enger. Besuch der Generalversammlungen sei Pflicht, hieß es ganz entschieden. "Wer ohne vorher beim Vereinsvorsteher angemeldete, besondere Entschuldigung (wozu nur Unwohlsein und amtliche Verhinderung zu rechnen sind), von der Generalversammlung fernbleibt, fällt in eine "Conventionalstrafe von 25 Pfennige". An ein Einkommen für den Rendanten war anfangs nicht zu denken. Vielmehr beschloß, die Gründungsversammlung: "Die Festsetzung des Gehaltes für die Müheverwaltung des Rendanten wird bis nach Ablauf des ersten Rechnungsjahres ausgesetzt." Einleger sollten für ihr Geld 3 1/5 Prozent Zinsen bekommen, Kreditnehmer 4 1/2 Prozent zahlen, für jedes neue Mitglied sei 1 Mark zu entrichten. Der Geschäftsanteil betrug 5 Mark.
Schließlich: "Der Mitgliedschaft fähig sind nur christliche, im Genusse des Ehrenrechte befindliche Personen..." Für Refinanzierungszwecke und zum Geldausgleich trat die neu gegründete Kasse der Ländlichen Centralkasse Münster (heute WGZ-Bank) bei, die bei Gründung unserer Volksbank gerade ein halbes Jahr bestand. Für den Start stellte der nebenamtliche Rendant Hermann Kenter, hauptberuflich Bauunternehmer, sein Büro an der neuen Straße 29 zur Verfügung. Als die Firma Kenter 1919/1920 ein neues Bürogebäude baute, bekam die Spar- und Darlehnskasse auch in diesem Hause Hausrecht - bis die Bank 1934 an der Renteistraße endlich ihr erstes eigenes Geschäftsdomizil einrichten konnte. Das neu gegründete genossenschaftliche Geldinstitut erfreute sich vom ersten Tage an großen Vertrauens: Die guten Namen der 32 Gründer und das Ansehen des Rendanten Kenter waren den Bürgern genügend Sicherheit für ihre Ersparnisse, die von 1885 an in einem immer breiteren Strom zur Spar- und Darlehnskasse flossen. Als Gründungsrendant Hermann Kenter ein Jahr nach Ausbruch des ersten Weltkrieges (1915) starb, verfügte die Spar- und Darlehnskasse über 1.587.564,51 Mark Einlagen. 1.550.934,90 waren an die Mitglieder als Kredite herausgelegt worden.
Der Verband ländlicher Genossenschaften der Provinz Westfalen e.V., dem das Institut 1889 als Mitglied beigetreten war, stellte als Prüfungsinstanz fest: "Die Genossenschaft (in Enger) erfreut sich regen Zuspruchs und wird solide geführt!" der beginnende 1. Weltkrieg stoppte die glänzende Entwicklung dieser schon damals zur den größten Spar- und Darlehnskassen in Westfalen zählenden Bank abrupt. Zwar setzte sich Heinrich Kenter, nebenamtlicher Geschäftsführer wie sein verstorbener Vater, nach Kräften für das Institut ein aber der Krieg legte alle wirtschaftlichen Aktivitäten lahm. Die meisten Mitglieder waren im Felde, Grund dafür, daß es von 1916 bis 1919 keine Generalversammlung gab. Nach dem verlorenen Krieg kam es zu einer verheerenden Inflation. Auf der Generalversammlung vom 28. Juni 1924 wurden den Mitgliedern Bilanzen für 1922 und 1923 in Millionenhöhe vorgelegt. Die Leute hatten ihr Geld in Säcken und Schubkarren zur Spar- und Darlehnskasse gebracht - bergeweise. Nur: Es hatte kaum einen Wert. Der Inflationsspuk endete noch im selben Jahr mit einer radikalen Neuordnung: Aus 1 Billion alter Währung wurde eine neue Rentenmark. Die Genossenschaft und ihre Mitglieder mußten ganz neu anfangen und taten dies auch - im Vertrauen darauf, daß sie die bevorstehenden Aufbaujahre gemeinsam besser meistern würden. Viele Geldinstitute haben in jenen Jahren ihre Tore geschlossen. Großbanken resignierten - nicht so die Spar- und Darlehnskasse Enger: Sie wertete die alten Spareinlagen 1927 nicht nur mit 12,5 v. H. auf, sondern legte ein Jahr später noch eine weitere Aufwertungsrate von 2 1/2 Prozent (auf insgesamt 15 Prozent) hinzu. Gestärkt vom neu erwachten Vertrauen in die Währung, konnte die Spar- und Darlehnskasse schon bald wieder eine Millionenbilanz vorlegen. Ja, der Geschäftsumfang wuchs bis 1930 so stark, daß der neue Rendant Heinrich Aßbrock von vornherein zum hauptamtlichen Geschäftsführer bestellte werden konnte. Ein weiteres Zeichen kontinuierlichen Werdens und Wachsens war 1934 die Eröffnung des ersten eigenen Bankgebäudes.
Auf der Jubiläumsgeneralversammlung zum 50jährigen Bestehen am 17. Mai 1933 wurde Hermann Jürging als letztes, noch lebendes Gründungsmitglied besonders herzlich begrüßt.
Ein wichtiges Entwicklungsdatum ist auch der 1. Januar 1937. Als eine der ersten Genossenschaftsbanken führte die Spar- und Darlehnskasse Enger Maschinenbuchhaltung ein. Nur drei Jahre danach begann der zweite Weltkrieg. Wieder grenzenlose Zerstörung, millionenfaches persönliches Leid und Vernichtung des Geldwerte. Die Reichsmarkzeit endete am 20. Juni 1948. Von 11.278.244,42 RM blieben nach der Umstellung noch 733.138,66 neue Deutsche Mark übrig. Das Eigenkapital schmolz auf 45.875,90 DM zusammen. Wieder standen die Mitglieder vor einem neuen Anfang. Sie wagten ihn im Vertrauen auf ihre eigenen Kräfte. Ludwig Erhard inszenierte das Wirtschaftswunder. Diejenigen, die noch einmal davongekommen waren, spuckten in die Hände, packten Tag und Nacht zu und plagten sich ab, bis die Häuser wieder standen, die Schornsteine wieder rauchten und dem neuen Geld wieder solide Werte gegenüber standen. Doch was hätte alles Zupacken, ohne Kapital, geholfen? Gottlob, die Bürger sparten wieder - bei der Spar- und Darlehnskasse. Und so konnte die Spar- und Darlehnskasse Kredite geben. Zum Wiederaufbau der heimischen Wirtschaft! Am Ruder der Bank stand jetzt Julius Maschmann. Er war am 29. April 1948 zum Nachfolger des pensionierten Rendanten Heinrich Aßbrock gewählt worden. Unter seinen geschickten Händen, geformt durch rastlosen Einsatz und hohe fachliche Qualität, wuchs die Spar- und Darlehnskasse Enger in die Neuzeit hinein. Zur "Bank für Jedermann" und vor allem für den Aufschwung in Handwerk, Handel, Landwirtschaft und Industrie.

Aufgrund des Jahr um Jahr kräftigen Wachstums wurden die Räume im Bankgebäude an der Renteistraße Mitte der 50er Jahre zu klein. 1957/58 mußte deswegen erweitert werden: Eine neue Kassenhalle entstand und wirkte auf die Bevölkerung wie ein Magnet. Jahr um Jahr nahmen die Bilanzmillionen zu. als Bankdirektor Julius Maschmatin am 30 April 1968 in den wohlverdienten Ruhestand ging, hatte die Spar- und Darlehnskasse Enger eine außergewöhnliche gute Bilanzstruktur und ein besonders breites Kapitalfundament. Und das war auch nötig. Denn aufgrund des permanenten Wachstums zeichneten sich für den Nachfolger Bankdirektor Karl-Heinz Vandré bereits neue große Investitionen ab: Verlegung der Hauptstelle von der verkehrsungünstigen Renteistraße an den zentralen Barmeierplatz und Gründung von Zweigstellen in den umliegenden Ortschaften des altern Amtes Enger. Daten dieser neuen Entwicklung waren in den folgenden Jahren: 15. November 1968: Einführung der elektronischen Datenverarbeitung, 2. Mai 1969: Eröffnung der Zweigstelle Westerenger, Juli 1970: Start der Zweigstelle in Besenkamp, 15. Juni 1972: Die Zweigstelle Pödinghausen öffnet ihre Pforten, 10. Dezember 1973: Schlüsselübergabe für das neue Hauptstellengebäude am Barmeierplatz.
Im Zuge der ständig wachsenden Anforderungen im Kredit- und Dienstleistungsbereich, sowie der sich anbietenden, technischen Verbesserungen bei größeren Instituten, kamen 1973 erste Gespräche mit der benachbarten Spar- und Darlehnskasse Spenge zustande, mögliches Ziel: Die Vereinigung beider gleichrangiger Banken, um die Leistungsfähigkeit und damit Mitgliederförderung zu steigern. Die Kontakte wurde am 12. Juni 1974 durch den positiven Fusionsbeschluß der Generalversammlung besiegelt. Die Verschmelzung selbst konnte per 31. Dezember 1973 vollzogen werden.